Kocher zu Arbeitstreffen in den USA – Gespräche mit US-Arbeitsminister Walsh, mit Vertretern des IWF und der Weltbank Austausch über die Mechanismen der amerikanischen Arbeitsmarktpolitik

Anfang der Woche führte eine Auslandsdienstreise Arbeitsminister Martin Kocher in die USA. Höhepunkt des Besuchs war ein Austausch mit dem US-Arbeitsminister Marty Walsh. „Der Arbeitsmarkt in den USA ist ein sehr dynamischer. Hier werden derzeit durchschnittlich 200.000 neue Jobs pro Monat geschaffen, die durch konsequente Vermittlung auch relativ rasch besetzt werden können“, so Kocher. Es sei nicht gedacht, Elemente der Arbeitslosenversicherung der USA in Österreich zu übernehmen. Dafür seien die Unterschiede zwischen den Arbeitsmärkten zu groß. Allerdings gäbe es interessante Aspekte der Arbeitsvermittlung und Förderung von Qualifizierung, die auch für Österreich relevant sein könnten, so Kocher: „Da eine gut funktionierende Vermittlung Langzeitarbeitslosigkeit erst gar nicht entstehen lässt, ist es spannend, vor Ort mehr über die zentralen Mechanismen und Förderprogramme der amerikanischen Arbeitsmarktpolitik zu erfahren. Dabei geht es für uns darum, gut funktionierende Aspekte zu identifizieren, aber natürlich nicht darum das US-amerikanische Arbeitsmarktsystem zu kopieren.“

Kocher besuchte auch den Bundesstaat Maryland, wo Termine mit dem Vize-Gouverneur Boyd Rutherford sowie dem Außenminister von Maryland, John Wobensmith und der Arbeitsministerin von Maryland, Tiffany Robinson auf dem Programm standen. Bei diesen Treffen wurden das System der Arbeitslosenversicherung und die Jobvermittlung in Maryland thematisiert. Schließlich traf der Arbeitsminister auch die Chef-Ökonomin Gita Gopinath und den Europadirektor Alfred Kammer des Internationalen Währungsfonds sowie den Managing Director of Operations der Weltbank Axel van Trotsenburg. Diese Gespräche hatten die aktuelle Erholung der Weltwirtschaft nach der Pandemie, die Auswirkungen auf die globalen Arbeitsmärkte und aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zum Thema.
IWF-Chef-Ökonomin Gopinath begrüßte im Gespräch mit Arbeitsminister Kocher die in der ökosozialen Steuerreform in Österreich vorgesehene Schwerpunktsetzung. Die darin enthaltene Entlastung des Faktors Arbeit, einhergehend mit der Entlastung der Einkommensstufen, sei positiv zu bewerten und wirtschaftlich sinnvoll.

Mit dem großen Um- und Weiterqualifizierungsprogramm „Corona Joboffensive“ und weiteren arbeitspolitischen Maßnahmen setzt Österreich die aktuelle Empfehlung des IWF, große Investitionen in Qualifizierung sowie allgemeine Unterstützungsmaßnahmen beim Arbeitsplatzwechsel zu tätigen, bereits um. Das Programm „Sprungbrett“ zur Integration von Langzeitarbeitslosen kann dabei als internationales „best-practice“ Beispiel dienen.

[Red.]